Risikomanagement

Was ist Risikomanagement?

In seiner Basisform bedeutet Risikomanagement am Devisenmarkt Positionen zu begrenzen, die das Konto des Traders bedrohen. In der Praxis bedeutet das man identifiziert die Trades, die für die eigenen Ziele am meisten angemessen sind, wie auch das Risiko/Chancen-Verhältnis, das man bereit ist zu akzeptieren, und sicherzustellen, dass man eine schlüssige Ausstiegsstrategie hat, für den Fall, dass der Trade nicht wie erwartet verläuft.

Über ein Chancen/Ertragsverhältnis für seine Trades zu entscheiden geht weit darüber hinaus wie viel man bereit ist in eine einzelne Position zu investieren. Das bedeutet auch Positionsgrößen bei Trades zu minimieren, wo die offene Position eine unerwartete Richtungsänderung annimmt. Den richtigen Trade genau zu identifizieren setzt Kenntnisse im Bereich Marktanalyse voraus, technisch wie auch fundamental. Technische Analyse macht es deutlich einfacher die mögliche Volatilität eines Trades festzustellen, bevor man ihn eingeht, wie auch die zu erwartende Richtung des Trades. Fundamentalanalyse hilft ihnen bei bevorstehenden News-Ereignissen, die evtl. ihren Trade beeinflussen können.

Im nächsten Schritt des Risikomanagements, nachdem man entschieden hat welche Position man öffnet, ist es die Ausstiegspunkte bei einem Trade zu identifizieren, unabhängig davon ob Gewinn oder Verlust. Im nächsten Abschnitt kümmern wir uns darum, wie man angemessen Stop Loss-Orders und Gewinnmitnahmen anwendet.

Kontrolle über Ihre Trades: Stop Loss und Gewinnmitnahmen

Obwohl es eine der effektivsten Wege ist Risiken im Devisenhandel zu managen, ist die Anzahl der Devisentrader (besonders Anfänger), die ohne Stops und ohne Gewinnmitnahmen arbeiten, schockierend hoch. In einer Welt, wo extreme Marktschwankungen plötzlich ohne Grund auftreten können, ist das Voreinstellen von fest definierten Exitpunkten einer der einfachsten und effektivsten Wege ihre Kapital zu sichern und eine lange Traderkarriere haben zu können.

Ganz einfach: Ein Stop Loss ist genau das, was der Name aussagt; nämlich ein exakter Preispunkt, wo eine Verlustposition automatisch ausgestoppt und geschlossen wird. Mit Stop Loss-Orders können Trader schon vor dem Schließen einer Position bestimmen, wie viel ihrer Margin bzw. wie viele Pips sie maximal bereit sind zu verlieren. Erfahrene Trader, die sich gut mit technischer Analyse auskennen, benutzen Stop Loss-Orders auch an bestimmten Punkten, wo sie glauben, dass ein Markt seinen laufenden Trend fortsetzt, anstatt zu drehen – wodurch die Position noch tiefer in die Verlustzone rutscht. Schauen wir uns ein Beispiel an. Bei der Analyse des unten angezeigten Charts können wir feststellen, dass evtl. ein guter Preis für eine Stop Loss-Order bei einer EUR/USD Kaufposition bei ca. 1,2360 liegt, basierend auf der Anzahl der Versuche, die das Währungspaar versuchte unter dieses Niveau zu fallen (markiert in blau). In dem wir hier unseren Stop Loss platzieren, sagen wir beim Unterschreiten von 1,2360 durchbricht EUR/USD seine Unterstützung und könnte weiter fallen, was möglicherweise ein guter Zeitpunkt wäre die Position glattzustellen.

Bild 1: Herauszufinden wo man am besten seine Stop Loss-Order platziert, ist einer der wichtigsten Punkte im Risikomanagement

Gewinnmitnahmen arbeiten entgegengesetzt zu Stop Loss-Orders. Anders als das Suchen nach einem Ausstiegspunkt aus einer Verlustposition, suchen Trader hier nach einem Preispunkt um eine im Gewinn liegende Position zu verlassen. Gewinnmitnahmen werden normalerweise dort platziert, wo der Trader glaubt sie laufe nicht mehr weiter in noch höhere Gewinne, oder wo er glaubt der Trend beginnt zu drehen.

Schauen wir uns ein Beispiel an. Im unten gezeigten Chart sehen wir, dass das Währungspaar erfolglos versucht hat über die 1,8280 zu laufen, und das schon zwei Mal (in blau markiert). Deshalb können wir sagen, wenn wir hier eine Kaufposition offen haben, dass bei 1,8280 ein guter Ausstiegspunkt liegt, weil wir davon ausgehen können, dass das Währungspaar nicht weiter steigt, und sogar noch einen Umkehr beginnen könnte, wenn dieser Punkt erreicht wird.

Bild 2: Gewinnmitnahmen erlauben Ihnen profitable Positionen glattzustellen, bevor sich der Trend dreht.

Oftmals fühlen sich Trader dazu gedrängt ihre Stop Loss-Orders oder Gewinnmitnahme-Orders zu stornieren, weil sie „fühlen“, dass die Position in ihre gewünschte Richtung dreht. Diese Art von undiszipliniertem Handel ist der sicherste Weg den besten Gedanken im Risikomanagement zu abzustellen.

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